Die Geburtshilfe in Deutschland braucht ein Umdenken

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Die Geburtshilfe in Deutschland braucht ein Umdenken

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) fordert die Verbesserung der Situation in deutschen Kreißsälen vor. In seiner aktuellen Pressemitteilung stellt der Verband sein Zehn-Punkte-Papier mit Maßnahmen für die Verbesserung vor, dazu gehören vor allem mehr Personal und eine neue Finanzierung.

Hebammen in Deutschland betreuen aktuell bereits mehr als doppelt so viele Frauen unter der Geburt wie in anderen europäischen Ländern. Darunter leidet die Versorgung für Mutter und Kind rund um die Geburt.
„Wir benötigen eine gute und sichere Geburtshilfe für Mutter und Kind und bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen in den Klinken“, betont Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied des DHV.
Eine flächendeckende Versorgung mit guter und sicherer Geburtshilfe ist nach Auffassung des DHV in Deutschland vor allem dann möglich, wenn die Finanzierung der klinischen Geburtshilfe nachhaltig gesichert ist und der Arbeitsplatz Klinik für Hebammen wieder attraktiver wird. Dafür sind strukturelle Veränderungen notwendig.

Die Geburtshilfe in Deutschland braucht ein Umdenken (DHV-Pressemitteilung, 09.10.2018)

DHV-Zehn-Punkte-Papier: Geburtshilfliche Versorgung in den Kliniken flächendeckend sicherstellen, Hebammenpotenziale nutzen! – Zehn Forderungen für eine gute klinische Geburtshilfe (September 2018)

Stellungnahme des Deutschen Hebammenverbandes e. V. zur öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages zum Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung des Pflegepersonals (Oktober 2018)

Die Forderungen des DHV (Zehn-Punkte-Papier) in Kürze:

  1. Schwangere und Gebärende müssen flächendeckend eine sichere und frauenzentrierte geburtshilfliche Versorgung vorfinden.
  2. Vorhaltekosten der Geburtshilfe sollten berücksichtigt werden: Auch wenn keine Geburt stattfindet, muss der Kreißsaal mit Personal besetzt sein.
  3. Für die Patientensicherheit von Mutter und Kind ist die international übliche sogenannte Eins-zu-eins-Betreuung einzuführen.
  4. Die räumliche Situation in den Kreißsälen ist dem tatsächlichen Bedarf anzupassen.
  5. Die physiologische Geburt muss in Kliniken gefördert werden.
  6. Zusätzliche geburtshilfliche Notfallambulanzen bzw. ein geburtshilflich-gynäkologischer kassenärztlicher Notdienst sollen eingerichtet werden.
  7. Alle durch Hebammen erbrachten Leistungen müssen vergütet und berufsfremde Tätigkeiten vermieden werden.
  8. Hebammenpotenziale sollen genutzt und neue Arbeitsplatzmodelle geschaffen werden.
  9. Hebammen sollen in leitende Tätigkeiten: Hebammen haben eine Schlüsselfunktion für die Gesundheit von Mutter und Kind. Das muss in den Organisationsstrukturen und Leitungsfunktionen einer Klinik gespiegelt werden.
  10. In allen Kliniken muss ein interprofessionelles und nachhaltiges Fehlermanagement in der Geburtshilfe umgesetzt werden.
9. Oktober 2018|