Krankenkassen wollen Hebammen-Belegsystem in Kliniken abschaffen

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) warnt vor massiven Kreißsaalschließungen infolge der Neuregelung, die der GKV-Spitzenverband aktuell plant. Die Vergütung der Geburtshilfe durch Beleghebammen soll weitreichend geändert werden. Für viele freiberufliche Beleghebammen werden die Einnahmen dadurch stark sinken und eine sinnvolle Arbeitsorganisation weitgehend erschweren.

Der Hebammenverband erwartet deshalb zukünftig massive Ausfälle in der klinischen Geburtshilfe in ganz Deutschland. Betroffen sind jährlich rund 20 Prozent aller Geburten in Kliniken, die bisher von Beleghebammen begleitet werden. Eine Schiedsstelle wurde zur Klärung bereits angerufen und soll bis Mai tagen.

Viele Hebammen in Baden-Württemberg sind betroffen
In Baden-Württemberg gibt es 15 Krankenhäuser mit Beleghebammensystem. 2016 kamen über 12.000 Kinder mit der Unterstützung von 176 Beleghebammen zur Welt.

Für die schwangeren Frauen wird es noch schwieriger werden, einen Platz zum Gebären zu finden. Denn entweder werden sie in den Belegkliniken abgelehnt, da die Kolleginnen nicht mehr als zwei Leistungen parallel mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen können, oder die Frauen zahlen privat.
Der GKV-SV Begründet sein Vorgehen in den Belegkliniken mit Qualitätssicherung – doch scheint hier mit zweierlei Maß gemessen, denn die Kliniken mit angestellten Hebammen betrifft das nicht: dort wird nicht darauf geachtet, wie viele Leistungen gleichzeitig erbracht werden (müssen).

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Werden Sie aktiv!
Unterstützen auch Sie „Unsere Hebammen“ bei Ihrer Kampagne zum Erhalt des Belegsystems: Schreiben Sie der/dem Gesundheitsminister/in Ihres Bundeslandes oder der/dem Abgeordneten Ihres Wahlkreises und fordern Sie sie auf, aktiv zu werden!
Auf www.unsere-hebammen.de finden Sie Vorlagen für Protestbriefe und weitere Informationen.

Zu den Plänen und ihren Folgen für die Geburtssicherheit und Hebammenberuf hat der DVH eine Pressemitteilung mit einem ausführlichen Argumentarium herausgegeben.

DHV-Pressemitteilung vom 09.03.2017

DHV-Argumentarium