Hebammen aus Baden-Württemberg und einigen weiteren Bundesländern haben in einer gemeinsamen Aktion einen Offenen Brief formuliert, der von mittlerweile fast sechshundert Hebammen unterzeichnet wurde. Nach wie vor treffen Rückläufe der Unterschriftenaktion ein.

Der Weltfrauentag am 8. März 2017 ist ein markanter Anlass, um auf die immer schlechter werdende Versorgung von schwangeren Frauen aufmerksam zu machen. Die Hebammen sehen sich durch ihre Berufsethik dazu verpflichtet, die Gesundheit von Schwangeren, Müttern und Neugeborenen zu schützen, wie das in der Berufsordnung der Länder niedergeschrieben ist.

In ihrem Offenen Brief, der auch der Presse vorliegt, schildern die Hebammen den Notstand in der Versorgung ausführlich und formulieren ihre Forderungen nach einem Rettungsschirm. Seit Jahren weisen Hebammenverbände und Elternvertretungen auf die Missstände hin, die sich immer weiter verschärfen. Eine Spirale, die fortwährend in die Tiefe führt: Hebammen- und Nachwuchsmangel aufgrund der schlechten Vergütung für einen Beruf mit hoher Verantwortung, nicht regelbaren Arbeitszeiten, wachsenden bürokratischen Zusatzaufgaben und nicht zuletzt fehlender Anerkennung; Engpässe in Kreissälen aufgrund von Sparpolitik und Hebammenmangel, Überlastung aufgrund von Kompensation und schließlich das Aus ganzer Geburtsstationen weil die Sicherheit unter den Bedingungen nicht mehr gewährleistet werden kann.

In der Pressemitteilung zum Offenen Brief, den der Hebammenverband Baden-Württemberg als Unterstützung der bemerkenswerten Aktion versendet hat, ergänzt die 1. Vorsitzende Jutta Eichenauer, dass ein Meilenstein auf dem langen Weg zur Verbesserung der Situation erreicht sei: der sogenannte Runde Tisch. Der Hebammenvertreterin ist wichtig, dass die Politiker, die sich engagieren, auch genannt werden. Man wolle nicht alle über einen Kamm scheren, dennoch werde weit mehr Engagement von der Politik erwartet. Schließlich gehe es nicht nur um den Hebammenberuf, nicht nur um Lücken in der Versorgung der Frauen mit Hebammenhilfe, nicht nur um verbriefte Rechte, sondern um eine Entwicklung in unserer Gesellschaft überhaupt, deren beängstigende Folgen längst absehbar seien.

Pressereaktion auf diese Aktion hin finden Sie in unserem Menü In den Medien.

Offener Brief der Hebammen an Politiker

Unterzeichnerinnen (Namensliste wird fortlaufend aktualisiert)

Unterschriften-Liste (Scan der Unterschriften, wird fortlaufend aktualisiert)

Pressemitteilung des Hebammenverbands Baden-Württemberg (6.3.17)