

Login
Hebammenverbände brechen die Verhandlungen mit der GKV ab
Aus Protest haben die Hebammenverbände am 30.11.2011 die Verhandlungen mit den Krankenkassen abgebrochen. Der Grund war das nicht akzeptable Angebot der Krankenkassen in Höhe von 1,98%. Jetzt warten die Hebammenverbände bis zum 5. Dezember auf ein deutlich besseres Angebot.
Die Hebammenverbände sind empört, denn mit einem Netto-Stundenlohn von ca. 7.50 Euro sind die Hebammen seit Jahren unterbezahlt und kämpfen ums Überleben. „All das scheint den GKV-Spitzenverband wenig zu stören“, so Martina Klenk, die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes. „Mit dem Angebot der Kassen lassen sich nicht annähernd die aktuellen Preissteigerungen ausgleichen“. Gerade dieser Tage haben die Hebammen-verbände vom erneuten Anstieg der Haftpflichtprämien erfahren. Im Jahre 2007 mussten die freiberuflich tätigen Hebammen mit Geburtshilfe 1312 Euro für ihre Haftpflicht bezahlen.
Im Jahre 2012 werden es 4242 Euro sein; das entspricht einer Steigerung von 223% in nur fünf Jahren.
„Es ist nicht mehr leistbar“, klagen die Verbände. „Eine Beleghebamme muss nach der erneuten Steigerung der Haftpflichtprämie jährlich 17,84 Geburten à 11 Stunden betreuen, um die steigenden Prämien zahlen zu können. Das heißt 196 Arbeitsstunden müssen jährlich ausschließlich für die Versicherung geleistet werden“.
Die Hebammenverbände sind auch nicht bereit der Argumentation der Kassen zu folgen und auf das Ergebnis der BMG-Studie zur Einkommenssituation der Hebammen zu warten. „Wir Hebammen brauchen sofort mehr Geld, um weiter arbeiten zu können“.
Bereits jetzt ist der Hebammenmangel nicht nur in ländlichen Regionen deutlich spürbar. Überall da, wo das Leben teurer ist als in anderen Regionen ziehen Hebammen sich zurück. In Baden-Württemberg ist davon besonders der Großraum Stuttgart betroffen.
Weitere Informationen: Ulrike Geppert-Orthofer, 1.vorsitzende(at)hebammen-bw.de

Der Empörung Stimme verleihen
Sie können Ihrer und unserer Empörung mit folgendem Musterbrief eine Stimme verleihen, indem Sie ihn an die Krankenkassen faxen oder schicken. Die Musterbriefe sollten personalisiert werden.
Handout
In diesem Handout finden Sie einige Hintergrundsinformationen



