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Zum Geburtstag wünsche ich mir eine Hebamme, die Zeit für mich hat

(c) Noel Tovia Matoff

Seit in den gesundheitspolitischen Diskussionen die Bedeutung der „Frühen Hilfen“ immer deutlicher wird, ist sichtbar geworden, wie wertvoll die aufsuchende Arbeit der Hebamme für die Familien und Kinder ist.

Dass unsere Arbeit diese Wertschätzung erfährt, freut uns sehr. Es darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es für die Hebammen im Land immer schwieriger wird ihre Existenz zu sichern.

In der Freiberuflichkeit leben wir Tag und Nacht in Rufbereitschaft, während der Geburt tragen wir für das Leben und die Gesundheit von Mutter und Kind die Verantwortung. Dies ist den Krankenkassen nicht einmal ein Ausgleich der steigenden Lebenshaltungskosten wert.

Gestiegene Ausgaben, wie  z.B. für die Berufshaftpflichtversicherung (Steigerungsrate von 1999 bis 2009 bis zu  550%) schmälern zusätzlich das Einkommen der Hebammen drastisch und führen dazu, dass Hebammen sich zwangsläufig aus der Hausgeburtshilfe und aus der außerklinischen Geburtshilfe zurückziehen. Vor allem in strukturschwachen Gegenden führt dies dazu, dass das Recht der Frauen auf die freie Wahl des Geburtsortes faktisch nicht mehr besteht. Hinzukommt, dass gerade in diesen Gegenden durch Zentralisierungsmaßnahmen der Krankenhäuser kleine geburtshilfliche Abteilungen geschlossen werden.

Eine Unterversorgung der Bevölkerung ist nicht nur im ländlichen Raum die Folge.

Was bei den freiberuflichen Hebammen das sinkende Einkommen ist, ist in den Krankenhäusern die Arbeitsverdichtung und der an Verantwortungslosigkeit grenzende Personalabbau.

Wir werden das nicht länger klaglos hinnehmen und sind gezwungen unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

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