Der Internationale Hebammentag steht dieses Jahr unter dem Motto “Midwives, Mothers and Families: Partners for Life!”.

An diesem Tag machen Hebammen auf der ganzen Welt aufmerksam auf ihre Arbeit. In den letzten Jahren waren diese Aktionen vor allem Proteste gegen schlechte Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung. In Deutschland ging es dabei zudem vor allem um die erschwerten Rahmenbedingungen durch zu hohe Haftpflichtbeiträge und steigende bürokratische Aufgaben.
Die Folge: wachsender Hebammenmangel
Die Auswirkungen: klaffende Lücken in der flächendeckenden Versorgung der Schwangeren mit Hebammenhilfe.

Auch in Baden-Württemberg gibt es vereinzelte Aktionen zum Hebammentag. Dass sie weniger als in den Vorjahren sind, ist leider kein Zeichen für Besserung! Im Gegenteil: Die notorische Überbelastung der noch tätigen Hebammen (eine Spiralwirkung aufgrund des Hebammenrückgangs) ist der Grund dafür, warum den Hebammen die Kraft zum Protest langsam ausgeht. Die mit viel zusätzlichem Zeitaufwand verbundenen Vorbereitungen passen in kaum einen Arbeitsplan.

Ein Trauerspiel!

Umso mehr freut es uns, wenn die Kolleginnen es dennoch schaffen, und wir hoffen inständig, dass umso mehr Menschen sich an den Protesten beteiligen.
Bitte unbedingt die Sozialen Medien durchforsten! Es kann gut sein, dass kleinere und spontane Aktivitäten dort beworben werden!

Uns liegen derzeit Informationen über Aktionen in folgenden Städten vor:

In Langnau findet am 5. Mai 2017, ab 14 Uhr, eine Demonstration gegen die Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe-Station vor dem Krankenhaus Langnau statt.

In Balingen ist am 5. Mai 2017 von 14 bis 17 Uhr eine „stille Sitzdemonstration“ auf dem Marktplatz geplant. Frauen, Männer und Kinder sind gebeten, eigene Sitzmöglichkeiten mitzubringen und möglichst ein weißes oder grünes T-Shirt anzuziehen (als Symbole für Frieden und Hoffnung) und Plakate oder Schilder zu basteln.

Die Elterninitiative Mother Hood (Offenburg) und die Kreisgruppe des Landeshebammenverbands Baden-Württemberg veranstalten am 5. Mai 2017 von 15 bis 17 Uhr in Offenburg beim Rathaus einen Info- und Aktionsstand mit buntem Mitmachprogramm für Kinder.
Ab 18.30 Uhr findet im Gemeindehaus der ev. Stadtkirchengemeinde, Poststraße 16 in Offenburg, zudem eine Informationsveranstaltung mit Expertinnen statt. Um 19.30 Uhr wird die WDR-Dokumentation „Das Baby kommt – zwischen Trauma und Traumgeburt“ gezeigt. Anschließender Ausklang mit Gesprächen, Musik und Tanz.

Flyer zur Aktion in Offenburg am 5. Mai 2017

Mother Hood schlägt Alarm: Offenburger Kreißsaal in Gefahr. Elterninitiative warnt vor Engpässen in Offenburg / Aktionstag mit vielen Infos am 5. Mai (Baden online, 2.5.17)

Der Hebammenkreisverband Tübingen veranstaltet am 5. Mai 2017 in Tübingen ein “Generationengespräch – Hebammenarbeit im Wandel?” mit den Hebammen Maria Hofer-Gnakpenou (langjährige Hebamme im Kreißsaal Tübingen), Sabine Braun (freiberufliche Hausgeburtshebamme in Filderstadt) und Eva Maria Haß (freiberufliche Hebamme in Gönningen). Die Moderation übernimmt Anne Schmidt (SWR). Zur Diskussion sind Kollegen und Kolleginnen, Ärztinnen und Ärzte, Politikerinnen und Politiker sowie Interessierte herzlich eingeladen. Die Veranstaltung findet im Ratssaal, Rathaus Tübingen, Am Markt 1, 72070 Tübingen statt. Beginn ist um 19 Uhr.

Pressemitteilung der Kreisgruppe Tübingen zum 5. Mai 2017

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen/AsF Rhein-Neckar haben anlässlich des Hebammentags klar Stellung auf ihrer Website bezogen: Geburtshilfe ist ein zentrales Frauenthema!

Pressemitteilung des Hebammenverbands Baden-Württemberg zum Hebammentag am 5. Mai 2017

Weitere Aktionen in ganz Deutschland finden Sie auf der Website des Deutschen Hebammenverbands.

Zwölf Thesen zu guter Geburtshilfe
Der DHV konzentriert sich in diesem Jahr bei seinen Aktionen rund um den Hebammentag auf eine gute Geburtshilfe. Ein Thema, das so aktuell ist wie nie. Eine Umfrage des DHV unter angestellten Hebammen zeigte steigende Arbeitsbelastungen durch eine Zunahme von fachfremden Tätigkeiten und Personalmangel. Seit Jahren nimmt die Teilzeitquote bei Hebammen in Krankenhäusern zu, viele Kliniken finden mittlerweile keine Hebammen mehr. Zudem plant der GKV-Spitzenverband (GVK-SV) derzeit tiefgreifende Änderungen der Vergütung der Geburtshilfe bei Beleghebammen – was einer Abschaffung des Hebammen-Belegsystems in Kliniken gleichkäme. Die Geburtshilfe, so wie wir sie kennen, stünde vor dem Aus.

Zwölf Thesen für eine gute Geburtshilfe

DHV-Pressemitteilung zum 5. Mai 2017: Hebammenverband fordert Umdenken in der Geburtshilfe